Estriol (E3) ist eines der drei wichtigsten körpereigenen Östrogene und gilt als das „mildeste“ und kleine Schwester unter ihnen. Es entsteht überwiegend aus Estradiol und Estron und spielt vor allem in der Schwangerschaft eine zentrale Rolle, ist aber auch außerhalb davon klinisch relevant.
Im Vergleich zu Estradiol wirkt Estriol deutlich schwächer, hat aber spezifische Vorteile. Es bindet bevorzugt an Östrogenrezeptoren in Haut, Schleimhäuten und Urogenitaltrakt. Dadurch unterstützt es die Regeneration und Durchblutung von Gewebe, verbessert die Schleimhautstruktur und fördert die lokale Immunabwehr.
Ein Mangel an Estriol zeigt sich häufig durch trockene Schleimhäute, vaginale Beschwerden, erhöhte Infektanfälligkeit im Urogenitalbereich sowie Hauttrockenheit und beschleunigte Hautalterung. Besonders in der Peri- und Postmenopause nimmt Estriol deutlich ab.
Therapeutisch wird Estriol vor allem lokal eingesetzt, etwa bei vaginaler Atrophie, Reizungen oder wiederkehrenden Infektionen. Durch seine geringe systemische Wirkung gilt es als gut verträglich und kann gezielt dort wirken, wo Beschwerden entstehen.
Estriol ist kein primäres Hormon zur systemischen Hormontherapie, sondern ein gezielt einsetzbares Gewebshormon mit klarem Fokus auf Schleimhäute, Haut bzw Hautalterung und lokale Regeneration, auch im Bereich der Hormonkosmetik.
